Woche 18 mit Endor: Die Meinung des Manns

Dieses Wochenende zog es mich in die Berge. Der Mann übernahm nicht nur zwei Tage lang die Hundebetreuung, sondern erklärte sich auch noch bereit, mir den Wochentext für den Blog abzunehmen. Ich sage nur: Sechser im Lotto. Hier folgt nun seine Sicht auf unser Leben mit Endor.

Der Wunsch, irgendwann einen Hund zu haben, war bei mir schon immer vorhanden. Vielleicht stammt er daher, dass meine Grosseltern viele Jahre einen Dackel hatten und dieser einfach zu meiner Kindheit und Jugend dazugehörte. Dass das «irgendwann mal» schneller kam als gedacht, verdanke ich Lia. Lange musste ich nicht überlegen, als sie mir von ihrem Wunsch, einen Hund zu haben, erzählte und auch mit der Wahl der Rasse war ich schnell einverstanden.

Und so trat Endor in unser Leben und veränderte es grundlegend. Wir schufen uns ein Auto an und ich recherchierte so viel, wie ich nur konnte: übers Training, die richtige Ernährung, die ersten Wochen des Welpen zuhause und vieles mehr. Es ist lange her, dass ich mich so in ein Thema vertieft habe. Für sein neues Familienmitglied will man schliesslich das Beste.

In der Realität war dann aber doch alles anders, als in den Hundebücher und YouTube-Videos beschrieben. Es gibt gute Tage und es gibt weniger gute Tage. Manchmal hat man das Gefühl, dass gar nichts funktioniert und man alles falsch macht. An anderen klappt alles und man könnte nicht stolzer auf seinen Hund sein.

In den ersten Wochen glichen meine Hände einem Schlachtfeld. Ich habe Endor viel zu viel zugelassen und seine Welpenzähne hinterliessen entsprechende Spuren. Momente, in denen er meine Geduld auf die Probe stellt, gibt es bis heute. Zum Beispiel dann, wenn er mich anspringt und versucht in den Arm zu zwicken, obwohl ich nur mit ihm nach draussen zum Pinkeln gehen will oder dann, wenn er jammert, weil ich auf dem WC und nicht bei ihm bin. Gleichzeitig ist es aber unglaublich spannend zu beobachten, wie aus dem kleinen Welpen ein Hund wird, er die Welt entdeckt und Neues lernt.

Wenn er, wie heute Morgen, brav an der Leine neben mir her spaziert, dann ist die Freude so gross, dass ich sie nur schwer in Worte fassen kann. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Lia. Die Leinenführigkeit ist ihr Verdienst – sowie auch unzähligen anderen Sachen. Oft ertappe ich mich dabei, wie ich Endor in ruhigen Momenten beobachte und dankbar und glücklich bin, dass wir uns für ihn und das Leben mit Hund entschieden haben.

Durch Endor hat sich auch unsere Partnerschaft verändert. Wir sind gemeinsam für ein Lebewesen verantwortlich, dessen Erziehung eine einheitliche Linie voraussetzt. Das bedeutet, dass man sich miteinander abstimmt, zusammen plant und reflektiert. Natürlich motzen wir uns bei Meinungsverschiedenheiten auch mal an, grundsätzlich sind wir durch die neue Aufgabe aber nochmals stärker zusammengewachsen. Zum Glück – zumindest hoffe ich das – wissen Welpen im Gegensatz zu Kindern nicht, wie man einen Elternteil gegen den anderen ausspielt.

Ich bin gespannt, wo uns unser Weg zu Dritt hinführt, ob der Plan, dass Endor ein Suchhund wird, aufgeht, wie er sich weiterentwickelt und welchen Einfluss er auf unser Leben haben wird. Ich freue mich auf unsere ersten gemeinsamen Ferien im Herbst, den ersten Schnee im Winter und die erste Wanderung mit Hund nächsten Sommer.