Woche 14 mit Endor: Mein Leben vor und mit dem Hund

Es gibt Entscheide, die verändern das ganze Leben; die Arbeit, die Freizeit, die Partnerschaft und die eigenen Prioritäten. Der Entscheid für Endor fällt definitiv in diese Kategorie.

Diese Woche unterhielt ich mich mit einer Kollegin, die schwanger ist, über ihre zukünftige Rolle als Mutter. Sie meinte, dass bald eine der grössten Veränderungen in ihrem Leben anstünde. Das sehe ich genauso: Die Arbeitsstelle oder den Wohnort zu wechseln, verändert den Alltag zwar in seiner Form, aber nicht im Kern. Nachwuchs hingegen stellt alles auf den Kopf. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser zweibeinig und leiblich oder vierbeinig und adoptiert ist wie meiner

  • Ich habe für Endor mein Arbeitspensum reduziert und bin nicht mehr bereit, in demselben Ausmass Überstunden zu leisten. Tu ich das, geht es zu Lasten meiner Zeit mit ihm oder meiner Nerven für ihn.
  • Der Mann und ich verbringen im Alltag mehr Zeit zusammen. Früher hat jeder am Abend sein Ding gemacht, heute gehen wir fast täglich gemeinsam mit Endor raus zum Spazieren oder Trainieren.
  • Wir haben uns ein Auto angeschafft.
  • Für mich gibt es kein schöneres Ritual als unsere Morgenspaziergänge am Wochenende – egal ob bei Sonnenschein oder Regen.
  • Der Mann und ich müssen mehr miteinander aushandeln – ob Erziehungsgrundsätze oder Terminkollisionen – und setzen uns dadurch auch stärker miteinander und unseren Bedürfnissen auseinander.
  • 2020 ist das erste Jahr, in dem wir nicht ins Ausland in den Urlaub fliegen werden. Und das war schon vor Corona so geplant.
  • Ich bin ein grosser Fan von Home-Office geworden.
  • Spontan sein und einen Welpen grossziehen passt nicht zusammen. Da wir nicht ungern planen, stört es uns wenig, dass wir das nun noch etwas detaillierter machen müssen.

Woche-23-3

  • Mein liebster Anblick ist, wenn Endor friedlich schlafend neben mir liegt. Wie er das drei Viertel des Tages tut.
  • Wir stehen am Wochenende noch früher auf, als wir das bisher taten.
  • Dank Endor habe ich die meisten unserer Nachbarn kennengelernt.
  • Ich habe aufgehört zu rauchen. Zwar nicht direkt für oder wegen des Hunds, aber doch im Zusammenhang mit ihm.
  • Mein liebstes und fast einziges Fotomotiv ist Endor.
  • Auf Youtube werden mir nur noch Hundeerziehungsvideos angezeigt.
  • Ich habe weniger Zeit für mich. Was aber auch bedeutet, dass mir nie mehr langweilig ist.
  • Meine erste Prioirität sind nicht mehr meine Bedürfnisse, sondern die des Hundes.
  • Tierfachgeschäfte finde ich jetzt noch spannender.
  • Mehr als die Hälfte unseres Gefrierschranks ist voller Knochen, gefrorenem Fleisch und Organe.
  • Ich habe gelernt Türklinken zu benutzen, damit ich den Hund nicht wecke.
  • Ich darf mich Hundehalterin nennen und das erfüllt mich mit mehr Stolz, als jede andere Rolle, die ich bis jetzt inne hatte.

Diese Liste liesse sich lange weiterführen. Einige der Punkte auf ihr sind relevant, andere nicht. Was sie in der Summe zeigen ist, wie sehr Endor mich und mein Leben verändert hat. Klar, der Alltag mit ihm birgt auch Herausforderung. Auf jeden schwierigen Moment folgen aber fünf gute, die sie wieder wett machen. Zurück zu einem Leben ohne ihn, ohne Hund? Niemals.