Guarda, Graubünden

Zwischen den Jahreszeiten im Engadin

Ich zitiere nicht gerne Tourismus-Prospekte, aber Guarda ist wirklich «ein Bergdorf wie aus dem Bilderbuch»: Die Geschichte des Schellen-Urslis spielt in diesem Ort und seine Häuser und Gassen dienten dem Illustrator, Alois Carigiet, als Inspiration für die Bilder.

Hotel Val Tuoi, Guarda, Graubünden

Der Ausdruck trifft aber auch im übertragenen Sinn zu. Denn Guarda ist schön. Die Gassen sind eng und mit Steinen gepflastert. Die Häuser haben dicke Mauer und tragen Sgraffito. Auf den Wiesen weiden Kühe und Schafe, die mit ihren Glocken ein Konzert veranstalten. Und dann noch diese Aussicht. Da das Dorf weit über dem Talboden liegt, sieht man das halbe Engadin. Oder, um bei der Warheit zu bleiben, zumindest bis nach Zernez.

Morgenstimmung in Guarda, Graubünden

Jeden, der sich in Guarda in die Schweiz, Graubünden oder das Engadin verliebt, kann ich verstehen. Mir erging es nämlich genauso, als ich an Auffahrt das Bergdorf zum ersten Mal besuchte.

Guarda, Graubünden

Tautropfen

Der Lohn der Frühaufsteherin: Eine sagenhafte Morgenstimmung und ein Bergdorf, das einem für eine Stunde fast alleine gehört.

Engadiner Haus, Guarda, Graubünden

Guarda, Graubünden

Murmeltier, Val Tuoi, Graubünden

Wenn wir in den Bergen sind, wollen wir wandern. Da im Mai der Sommer aber noch nicht in der Höhe angekommen ist, stapften wir im Val Tuoi auf dem Weg von Guarda nach Ardez über mehr als nur ein Schneefeld. Immerhin hatten die Murmeltiere ihren Winterschlaf für beendet erklärt und dort, wo der Schnee geschmolzen war, sprossen tausende Krokusse aus dem Boden.

Val Tuoi, Graubünden

Murmeltier, Val Tuoi, Graubünden

Krokusse, Val Tuoi, Graubünden

Im Engadin übernachteten wir spontan. Der Grund: Nicht Guarda, sondern die Steinböcke. Wer in Graubünden Zuhause ist, muss das Wappentier des Kantons mindestens einmal in freier Wildbahn gesehen haben. Und wer im Tourismus arbeitet, der weiss, dass im Frühling in Pontresina die Chancen dafür besonders gut stehen. Denn zu dieser Jaheszeit kommen die Tiere von den Bergen bis an den Dorfrand hinunter zum Äsen.

Steinboecke, Pontresina, Graubünden