Woche10

Woche 1 mit Endor: Wie funktionierst du bloss?

Vor genau sieben Tage erfüllte sich für mich ein grosser Wunsch: Bei meinem Mann und mir zog ein Welpe ein. Gleichzeitig veränderte der Ausbruch des Corona-Virus unser aller Alltag innert kürzester Zeit komplett. Zusammengefasst: Es war eine turbulente Woche.

Damit ich nachher in Ruhe über Endor, unseren 10-wöchigen Nova Scotia Duck Tolling Retriever, erzählen kann, Folgendes vorab: Ja, die Ereignisse auf der Welt überschlagen sich. Ja, es macht mir Angst. Und ja, ich habe noch nie so häufig die Tagesschau geschaut wie in der letzten Woche. Mit einem jungen Hund im Haus bin ich jedoch gerade so stark anderweitig gefordert, dass die Corona-Krise regelmässig in den Hintergrund tritt. Wahrscheinlich zum Glück.


Endor ist natürlich der süsseste, klugste und schönste Hund. Ist doch logisch. Er ist schliesslich unser Hund. Nichtsdestotrotz: Die ersten Tage mit ihm waren anstrengend – und damit beziehe ich mich nicht nur auf die regelmässigen Pinkelpausen in der Nacht. Die grösste Herausforderung für mich ist, dass ich nur das Beste für den kleinen Kerl will, regelmässig aber noch keine Ahnung habe, was das ist. Spiele ich zu energetisch mit ihm und kommt er deshalb nicht zur Ruhe? Mache ich zu wenig und hat er deshalb überschüssige Energie? Bin ich zu streng oder bin ich zu inkonsequent? Reagiert er so, weil ich ihn nicht genügend beachte oder weil er zu viel Aufmerksamkeit bekommt?

Egal, wie viele Bücher man liest, egal wie viele Hundprofi-Folgen man schaut, auf den Moment, in dem man die Verantwortung für einen Vierbeiner übernimmt, ist man nicht vorbereitet. Das habe ich die letzten Tage gelernt. Ursprünglich dachte ich, mein Mann und ich, zusammen kriegen wir das problemlos hin. Damit, dass es anstrengend wird, habe ich gerechnet. Das Ohnmachtsgefühl und die grosse Unsicherheit kam jedoch unerwartet.

Deshalb flossen in den ersten Tagen manchmal auch Tränen. Und nach dem ersten Abend, an dem Endor sich partout nicht beruhigen wollte, fragte ich mich kurz: «Wieso habe ich mir das angetan?» Mein Leben war vor dem Hund doch wunderbar und jetzt ist es nur noch ein Stress.

Aber mit jedem Tag wurde es ein bisschen besser – wobei es sicher auch wieder Rückschritte geben wird  – und ich habe in der letzten Woche viel gelernt; über Endor und darüber wie mein Mann und ich ihn erziehen wollen. Wir redeten viel, verwarfen einige Ideen, die wir ursprünglich gefasst hatten, und tätigten mehr als eine Galaxus-Bestellung, um unser Hundezimmer anders und hoffentlich besser einzurichten.

Es war eine turbulente Woche. Für uns drei – vorausgesetzt wir dürfen den Rest der Welt für einen kurzen Augenblick vergessen – aber eine gute.