Julierpass

Südflucht ins Valposchiavo

Ostern ist das Wochenende, an dem die Schweizer die kollektive Sehnsucht nach Sonne überkommt. Sie steigen ins Auto und fahren nach Süden. Das Ziel ist bei allen – der Schweizer muss vom Lemming abstammen – dasselbe, das Tessin. Das wenig erstaunliche Resultat: Stau. Kilometerweise Stau. Am Karfreitag vor und am Ostermontag hinter dem Gotthard.

Auch uns zog es dieses Jahr in den Süden. Also eigentlich zog es uns einfach weg aus dem Alltag. Das mit der Südflucht ergab sich, weil wir mit dem Winter abgeschlossen hatten – Ski fahren oder in meinem Fall Snowboarden also keine Option war – und wir die Tage doch an der frischen Luft und in der Natur verbringen wollten. Unser Ziel: das Valposchiavo, eines der Bündner Südtäler. Mindestens so schön wie das Tessin und an Ostern staufrei und nicht überbevölkert. Mit anderen Worten: perfekt.

In der Höhe – wir stiegen bis auf 2’200 m ü. M. auf – waren die Temperaturen dann doch noch etwas kühler. Zum Wandern aber angenehm. Ich glaube sowieso, dass es nur zwei Gründe gibt, wieso man beim Wandern friert: 1. Der Weg ist nicht steil genug. 2. Man läuft zu langsam. Und ja, ein bisschen hat es vielleicht auch mit der Bekleidung zu tun. Die beiden ersteren Regeln bewiesen sich erneut als wahr, als wir im Val da Camp durch Schneefelder zum gefroren Lagh da Viola stampften. Ich fror erst, als wir Pause machten.

Unten im Tal erklärte mein Partner den Frühling dann für eröffnet und liess seine winterblassen Arme von der Sonne wärmen. Als Frostbeule ging ich nicht ganz so weit. Aber auch ich zog die Jacke aus und war in Poschiavo mit einer Kaffeepause auf der Piazza einverstanden.

Die Wiesen waren grün, der Himmel meist blau, die Kirschen blühten, das Essen schmeckte. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Es war perfekt.

Ospizio Bernina

Eis

Poschivao

Kirschbluete

Valposchiavo

Veilchen

Kreisviadukt Brusio

Froesche

Wald

Laerche

Katze

Lago di Poschiavo

Pergola

Lagh da Viola