Woche 12 mit Endor: Nette Nachbarn und mühsame Hundehalter

Der Mann und ich wohnen seit vier Jahren in derselben Wohnung. Unsere Nachbarn haben wir aber erst in den letzten drei Monaten kennengelernt. Dank Endor. Ist er dabei, führt das meist zu netten Begegnungen. Leider nicht immer.

Als der Mann und ich beschlossen haben, dass wir einen Hund wollen, wussten wir, dass sich unser Leben grundlegend verändern würde. Das Ausmass haben wir aber unterschätzt. Endor hat auf Aspekte unseres Alltags Auswirkungen, mit denen wir nicht gerechnet haben. Zum Beispiel, dass wir im Treppenhaus auf einmal mit unseren Nachbarn ins Gespräch kommen. Mit dem älteren Herrn aus dem obersten Stock, der uns bisher nur knapp grüsste, führte mein Mann vor Kurzem ein längeres Gespräch. Denn er und seine Frau hatten früher auch Hunde. (mehr …)

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Woche 11 mit Endor: Morgenspaziergänge im Wald und andere Glücksmomente

Bisher handelten die meisten Texte über meine Herausforderungen als Hundehalterin. Denn muss man wie ich, in diese Rolle hineinwachsen, läuft natürlich nicht immer alles rund. Neben den schwierigen Momenten gibt es aber auch die schönen, die harmonischen, die perfekten Augenblicke mit Endor. Zum Beispiel, wenn wir früh morgens zusammen im Wald unterwegs sind.

Frühaufsteher waren der Mann und ich bereits, bevor wir Endor hatten. Am Samstag und Sonntag ausschlafen? Überbewertet. Früher bedeutete dies, dass wir spätestens gegen 8.00 Uhr aus den Federn krochen, heute stehen wir noch eine Stunde früher auf. Denn die Bedeutung von Wochenende hat unser vierbeiniges Familienmitglied noch nicht verstanden. Kein Wunder. Es muss unter der Woche ja auch nicht arbeiten. (mehr …)

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Woche 10 mit Endor: Wie weit wir gekommen sind

Endor und ich haben viele gute und einige weniger gute Tage. In den schwierigen Momenten erwische ich mich manchmal dabei, wie ich mich über ihn ärgere. Das ist unfair. Er ist noch ein Kind und kann und muss sich nicht immer perfekt verhalten. Zudem gibt es «uns» erst seit zweieinhalb Monaten. Dafür sind wir miteinander schon weit gekommen.

Seit zwei Wochen gehen der Mann, der Hund und ich am Montagabend in die Hundeschule. Von unserer Trainerin, ihrer Art und ihrem Wissen bin ich begeistert. Wir haben von ihr schon viel gelernt und konnten zwei Fehler, die wir bisher gemacht haben, korrigieren. Die Hundeschule ist aber auch anstrengend. Vor allem für Endor. Sich eine Stunde lang zu konzentrieren und die anderen kläffenden Welpen auszuhalten, ist für ihn eine grosse Leistung. Zurück zu Hause dauert es nach dem Fressen jeweils nicht lange, bis er tief und fest schläft. Tags darauf war er die letzten zwei Male unkonzentrierter, hat uns vermehrt angesprungen und unsere Hände wieder häufiger mit Kauspielzeug verwechselt.

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Woche 9 mit Endor: Der Welpe und das Virus

Am 14. März zog Endor bei uns ein. Zwei Tage später verkündete der Schweizer Bundesrat wegen des Corona-Virus die «ausserordentliche Lage» und liess Restaurants, Läden, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetrieb schliessen. Im Gegensatz zu allen anderen waren wir darauf vorbereitet, dass sich unser Alltag verändern würde. Wir hatten nur mit einem anderen Grund gerechnet.

Am Abend, bevor wir nach Deutschland fuhren, um unseren Welpen abzuholen, besuchten der Mann und ich meine Eltern. Nach dem Essen äusserte ich meine Befürchtung, dass Österreich die Grenzen schliessen könnten und wir dadurch einen Umweg nach Wolfsburg, dem Wohnort unseres Züchters, fahren müssten. Ich wurde ausgelacht. Vom Mann und von meinem Vater. Das werde nicht passieren, meinten sie unisono. Drei Tag später, einen Tag nachdem wir mit Endor zuhause angekommen waren, kündete nicht nur Österreich, sondern auch Deutschland an, dass sie ihre Grenzen zumachen. (mehr …)

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Woche 8 mit Endor: Einmal Streber immer Streber

Morgen geht es für uns zum ersten Mal in die Hundeschule. Ich freue mich darauf und bin überzeugt: Von unserer Trainerin können wir viel lernen. Gleichzeitig bin ich ein bisschen nervös. Denn es ist das erste Mal, dass eine Fachfrau unseren Umgang mit Endor beobachtet und wir uns mit anderen Hundehaltern vergleichen können.

Ich bin eine Streberin. Das war ich als Kind schon und das bin ich heute noch. Eine gute, nein, eine überdurchschnittliche Leistung zu erbringen, ist mir wichtig. Und zwar in allen Belangen: Backe ich Kekse, will ich, dass sie aussehen wie aus der Konditorei. Lade ich Freunde zum Essen ein, spiele ich «das perfekte Dinner». Bastle ich Grusskarten, sollen sie bitteschön perfekt werden. Von Arbeit ganz zu schweigen.

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Woche 7 mit Endor: Zwischenstand

Managern gibt man 100 Tage im Job, um erste Erfolge vorzuweisen. Wir – der Hund, der Mann und ich – können das schon nach 50 Tagen. So lange lebt unser lernfähige Welpe Endor jetzt bei uns.

Ich kann mich noch erinnern, wie ich mich am ersten Tag mit Endor gefühlt habe: unfähig, inadäquat und überfordert. Ich hatte keine Ahnung, was mein Welpe von mir wollte und ob das, was ich tat, auch das Richtige war. Heute, sieben Wochen später, empfinde ich nicht mehr so. Der Verantwortung für Endor zu sorgen, fühle ich mich gewachsen. Das heisst nicht, dass die Angst, etwas falsch zu machen, weg wäre. Sie kommt aber immer seltener zu Besuch. Meistens dann, wenn unserem roten Wirbelwind eine neue Methode einfällt, um unsere Grenzen zu testen – und Ideen dafür hat er mehr als genug. Aktueller Favorit: Wildes Anspringen beim Ausziehen des Geschirrs. In diesen Momenten bin ich frustriert und es nervt mich, dass ich nicht weiss, wie ich am besten auf sein Verhalten reagieren soll. (mehr …)

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Woche 6 mit Endor: Du oder ich?

In einem sind mein Mann und ich uns einig: Wir lieben Endor abgöttisch. Wenn es aber um Erziehungsfragen geht oder darum, wer an der Reihe ist, mit ihm raus zu gehen, sind wir nicht immer gleicher Meinung.

Erzähle ich meiner Mutter über meinen neuen Alltag mit Welpe, höre ich sie manchmal schmunzeln. Nicht selten fügt sie dann an: «Das war damals bei mir genauso, als du noch klein warst.» Und ich glaube, sie hat Recht. Frischgebackene Hundehalter und frischgebackene Eltern haben einiges gemeinsam: Der wenige Schlaf, die Begeisterung über die kleinsten Lernerfolge – «Stell dir vor, er stand heute mit allen vier Pfoten im Wasser» – und der neue Tagesrhythmus, der sich nach den Schlafphasen des zwei- oder vierbeinigen Babys richtet.

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Projekt 52 – Woche 16: Gemälde nachstellen

Wieder mehr fotografieren – das habe ich mir in den letzten Jahren mehr als einmal vorgenommen. Nur geschafft habe ich es nie. Mit dem Projekt 52 von kwerfeldein will ich einen neuen Versuch starten. Das Ziel: Jede Woche ein Bild und das ein ganzes Jahr lang.

Jedes Mal wenn ich denke, schwieriger ist nicht mehr möglich, überbietet sich kwerfeldein beim Projekt 52 selber. So auch diese Woche mit dem Thema «Gemälde nachstellen». Die Idee ist nicht neu. Seit das Getty Museum als Corona-Zeitvertreib dazu aufgerufen hat, aber so populär wie nie zuvor. Unter den Hashtags #GettyMuseumChallenge und #CovidClassics sind in den letzten Wochen auf Instagram unzählige solche Bilder veröffentlicht worden. Einige sind sehr humorvoll und andere wirklich schön.

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Projekt 52 – Woche 15: Durch Glas

Wieder mehr fotografieren – das habe ich mir in den letzten Jahren mehr als einmal vorgenommen. Nur geschafft habe ich es nie. Mit dem Projekt 52 von kwerfeldein will ich einen neuen Versuch starten. Das Ziel: Jede Woche ein Bild und das ein ganzes Jahr lang.

Es ist nicht eine Premiere, aber doch eine Seltenheit: Dieses Mal musste der Mann an meiner Stelle für das Bild herhalten. Immer nur Selbstporträts zu machen, ist auf die Dauer echt anstrengend. Zudem schwingt für mich beim Thema «durch Glas» die aktuelle Situation mit und da passt die Coronafrisur des Mannes − am Sonntag habe ich ihm zum ersten Mal seit sieben Jahre wieder die Haare mit dem Rasierer geschnitten – besser dazu. (mehr …)

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Woche 5 mit Endor: Über Fehlentscheide und Vorwürfe

Eigentlich sollte dies ein positiver Text werden. Er sollte darüber erzählen, wie grosse Fortschritte Endor und ich im ersten gemeinsamen Monat gemacht haben. Dann passierte gestern Abend: Endor hatte eine schlechte Begegnung mit einem anderen Hund und ich mache mir deswegen grosse Vorwürfe.

Wie hoffentlich jede Hundehalterin will ich nur das Beste für meinen Sprössling. Schliesslich obliegt es meiner Verantwortung, dass aus ihm ein entspannter, sicherer und glücklicher Hund wird. Trotz bester Vorsätze, manchmal schafft man es nicht, diesem Anspruch gerecht zu werden. So erging es mir gestern.

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