Woche-19

Woche 10 mit Endor: Wie weit wir gekommen sind

Endor und ich haben viele gute und einige weniger gute Tage. In den schwierigen Momenten erwische ich mich manchmal dabei, wie ich mich über ihn ärgere. Das ist unfair. Er ist noch ein Kind und kann und muss sich nicht immer perfekt verhalten. Zudem gibt es «uns» erst seit zweieinhalb Monaten. Dafür sind wir miteinander schon weit gekommen.

Seit zwei Wochen gehen der Mann, der Hund und ich am Montagabend in die Hundeschule. Von unserer Trainerin, ihrer Art und ihrem Wissen bin ich begeistert. Wir haben von ihr schon viel gelernt und konnten zwei Fehler, die wir bisher gemacht haben, korrigieren. Die Hundeschule ist aber auch anstrengend. Vor allem für Endor. Sich eine Stunde lang zu konzentrieren und die anderen kläffenden Welpen auszuhalten, ist für ihn eine grosse Leistung. Zurück zu Hause dauert es nach dem Fressen jeweils nicht lange, bis er tief und fest schläft. Tags darauf war er die letzten zwei Male unkonzentrierter, hat uns vermehrt angesprungen und unsere Hände wieder häufiger mit Kauspielzeug verwechselt.

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Woche-18

Woche 9 mit Endor: Der Welpe und das Virus

Am 14. März zog Endor bei uns ein. Zwei Tage später verkündete der Schweizer Bundesrat wegen des Corona-Virus die «ausserordentliche Lage» und liess Restaurants, Läden, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetrieb schliessen. Im Gegensatz zu allen anderen waren wir darauf vorbereitet, dass sich unser Alltag verändern würde. Wir hatten nur mit einem anderen Grund gerechnet.

Am Abend, bevor wir nach Deutschland fuhren, um unseren Welpen abzuholen, besuchten der Mann und ich meine Eltern. Nach dem Essen äusserte ich meine Befürchtung, dass Österreich die Grenzen schliessen könnten und wir dadurch einen Umweg nach Wolfsburg, dem Wohnort unseres Züchters, fahren müssten. Ich wurde ausgelacht. Vom Mann und von meinem Vater. Das werde nicht passieren, meinten sie unisono. Drei Tag später, einen Tag nachdem wir mit Endor zuhause angekommen waren, kündete nicht nur Österreich, sondern auch Deutschland an, dass sie ihre Grenzen zumachen. (mehr …)

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Woche17

Woche 8 mit Endor: Einmal Streber immer Streber

Morgen geht es für uns zum ersten Mal in die Hundeschule. Ich freue mich darauf und bin überzeugt: Von unserer Trainerin können wir viel lernen. Gleichzeitig bin ich ein bisschen nervös. Denn es ist das erste Mal, dass eine Fachfrau unseren Umgang mit Endor beobachtet und wir uns mit anderen Hundehaltern vergleichen können.

Ich bin eine Streberin. Das war ich als Kind schon und das bin ich heute noch. Eine gute, nein, eine überdurchschnittliche Leistung zu erbringen, ist mir wichtig. Und zwar in allen Belangen: Backe ich Kekse, will ich, dass sie aussehen wie aus der Konditorei. Lade ich Freunde zum Essen ein, spiele ich «das perfekte Dinner». Bastle ich Grusskarten, sollen sie bitteschön perfekt werden. Von Arbeit ganz zu schweigen.

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Woche-16

Woche 7 mit Endor: Zwischenstand

Managern gibt man 100 Tage im Job, um erste Erfolge vorzuweisen. Wir – der Hund, der Mann und ich – können das schon nach 50 Tagen. So lange lebt unser lernfähige Welpe Endor jetzt bei uns.

Ich kann mich noch erinnern, wie ich mich am ersten Tag mit Endor gefühlt habe: unfähig, inadäquat und überfordert. Ich hatte keine Ahnung, was mein Welpe von mir wollte und ob das, was ich tat, auch das Richtige war. Heute, sieben Wochen später, empfinde ich nicht mehr so. Der Verantwortung für Endor zu sorgen, fühle ich mich gewachsen. Das heisst nicht, dass die Angst, etwas falsch zu machen, weg wäre. Sie kommt aber immer seltener zu Besuch. Meistens dann, wenn unserem roten Wirbelwind eine neue Methode einfällt, um unsere Grenzen zu testen – und Ideen dafür hat er mehr als genug. Aktueller Favorit: Wildes Anspringen beim Ausziehen des Geschirrs. In diesen Momenten bin ich frustriert und es nervt mich, dass ich nicht weiss, wie ich am besten auf sein Verhalten reagieren soll. (mehr …)

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Endor

Woche 6 mit Endor: Du oder ich?

In einem sind mein Mann und ich uns einig: Wir lieben Endor abgöttisch. Wenn es aber um Erziehungsfragen geht oder darum, wer an der Reihe ist, mit ihm raus zu gehen, sind wir nicht immer gleicher Meinung.

Erzähle ich meiner Mutter über meinen neuen Alltag mit Welpe, höre ich sie manchmal schmunzeln. Nicht selten fügt sie dann an: «Das war damals bei mir genauso, als du noch klein warst.» Und ich glaube, sie hat Recht. Frischgebackene Hundehalter und frischgebackene Eltern haben einiges gemeinsam: Der wenige Schlaf, die Begeisterung über die kleinsten Lernerfolge – «Stell dir vor, er stand heute mit allen vier Pfoten im Wasser» – und der neue Tagesrhythmus, der sich nach den Schlafphasen des zwei- oder vierbeinigen Babys richtet.

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Woche 14

Woche 5 mit Endor: Über Fehlentscheide und Vorwürfe

Eigentlich sollte dies ein positiver Text werden. Er sollte darüber erzählen, wie grosse Fortschritte Endor und ich im ersten gemeinsamen Monat gemacht haben. Dann passierte gestern Abend: Endor hatte eine schlechte Begegnung mit einem anderen Hund und ich mache mir deswegen grosse Vorwürfe.

Wie hoffentlich jede Hundehalterin will ich nur das Beste für meinen Sprössling. Schliesslich obliegt es meiner Verantwortung, dass aus ihm ein entspannter, sicherer und glücklicher Hund wird. Trotz bester Vorsätze, manchmal schafft man es nicht, diesem Anspruch gerecht zu werden. So erging es mir gestern.

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Woche13

Woche 4 mit Endor: Die Ratschläge der anderen

Es gibt tausende Bücher über Hundeerziehung und noch mehr Videos von Hundetrainern auf Youtube. Und als ob dies nicht genug wäre: Auch jeder Hundehalter hat noch einen guten Tipp auf Lager.

Einen Welpen zu erziehen, ist nicht leicht. Und dass es gleich viele Erziehungsmethoden wie Hundehalter gibt, macht es nicht besser. Zudem will jeder von ihnen mit vermeintlich guten Ratschlägen helfen. Ob man danach gefragt hat oder nicht; irrelevant. Ob sie deinen Hund kennen oder nicht; irrelevant. (mehr …)

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Woche 12

Woche 3 mit Endor: Alles ist anders

Endor hat meinen Alltag, meine Gewohnheiten und meine Prioritäten auf den Kopf gestellt. So, wie ich mir das erhofft habe. Und noch ein bisschen mehr.

Es gibt viele Gründe, wieso man sich für einen Hund entscheidet. Zwei von meinen waren, dass ich die Prioritäten in meinem Leben neu ordnen und etwas machen wollte, das sinnstiftend ist: Wenn alles gut kommt, werden Endor und ich eines Tages im Gelände nach Vermissten suchen. So zumindest der Plan. Stellt sich heraus, dass ihm dies nicht entspricht, werden wir eine andere Beschäftigung finden, die uns beiden Spass macht.

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Woche11

Woche 2 mit Endor: Jetzt sind wir seine Menschen

Natürlich ist auch nach zwei Wochen immer noch vieles neu und wir lernen jeden Tag weitere Facetten – manchmal positive, manchmal negative – unseres Welpen kennen. Langsam etablieren sich aber auch Gewohnheiten. Das ist schön.

Nun sind wir Endors Menschen geworden. Kommt einer von uns heim, wird er ungestüm und mit wildem Schwanzwedeln begrüsst. Ob wir zehn Minuten oder vier Stunden weg waren, egal: Seine Freude am Wiedersehen ist immer gleich gross. Damit erzähle ich bestimmt niemanden etwas Neues. Denn dafür sind Hunde schliesslich  bekannt. Dass mir als frischgebackene Hundebesitzerin in diesen Momenten das Herz aufgeht, muss man aber auch verstehen.

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Woche10

Woche 1 mit Endor: Wie funktionierst du bloss?

Vor genau sieben Tage erfüllte sich für mich ein grosser Wunsch: Bei meinem Mann und mir zog ein Welpe ein. Gleichzeitig veränderte der Ausbruch des Corona-Virus unser aller Alltag innert kürzester Zeit komplett. Zusammengefasst: Es war eine turbulente Woche.

Damit ich nachher in Ruhe über Endor, unseren 10-wöchigen Nova Scotia Duck Tolling Retriever, erzählen kann, Folgendes vorab: Ja, die Ereignisse auf der Welt überschlagen sich. Ja, es macht mir Angst. Und ja, ich habe noch nie so häufig die Tagesschau geschaut wie in der letzten Woche. Mit einem jungen Hund im Haus bin ich jedoch gerade so stark anderweitig gefordert, dass die Corona-Krise regelmässig in den Hintergrund tritt. Wahrscheinlich zum Glück.


Endor ist natürlich der süsseste, klugste und schönste Hund. Ist doch logisch. Er ist schliesslich unser Hund. Nichtsdestotrotz: Die ersten Tage mit ihm waren anstrengend – und damit beziehe ich mich nicht nur auf die regelmässigen Pinkelpausen in der Nacht. Die grösste Herausforderung für mich ist, dass ich nur das Beste für den kleinen Kerl will, regelmässig aber noch keine Ahnung habe, was das ist. Spiele ich zu energetisch mit ihm und kommt er deshalb nicht zur Ruhe? Mache ich zu wenig und hat er deshalb überschüssige Energie? Bin ich zu streng oder bin ich zu inkonsequent? Reagiert er so, weil ich ihn nicht genügend beachte oder weil er zu viel Aufmerksamkeit bekommt?

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