7. Monat mit Endor: Mein liebstes Pubertier

Mit neun Monaten ist ein Kind noch ein Säugling. Ein Hund hingegen befindet sich bereits mitten in der Pubertät. Der Vorteil der schnellen Entwicklung: Die schwierigen Phasen halten weniger lang an. Der Nachteil: Sobald man meint, man wisse, wie sein Vierbeiner funktioniert, hat er sich schon wieder verändert.

Wenn ich mir alte Bilder von Endor anschaue, kann ich nicht glauben, wie klein – etwa sechs Kilogramm – und flauschig – sehr – er war, als er vor rund einem halben Jahr bei uns einzog. Den Welpenfluff hat er schon lange verloren und aus dem tapsigen Kind ist ein schlaksiger Halbstarker geworden. Die Welt wird jetzt durch wache Augen beobachtet und lautstark kommentiert, wenn sie ihm nicht zusagt. Und auch uns motzt er schon einmal an, wenn es mit der Futterzubereitung zu lange dauert.

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Wie der Mann den ersten Urlaub mit Hund rettete

Damit, dass die Woche mit Endor am Brienzersee anders als unsere bisherigen Ferien werden würde, habe ich gerechnet. Wie sich herausstellte, war aber auch meine Vorstellung unseres ersten Urlaubs mit Hund noch weit weg von der Realität. Schlimm war das nicht; dank dem Mann.

Die letzten zehn Jahren verbrachten der Mann und ich unsere Ferien im Ausland; mit Vorliebe auf anderen Kontinenten. Wir erkundeten fremde Länder und immer öfter deren Wanderwege. Länger als drei Nächte blieben wir selten an einem Ort und tagsüber waren wir meistens von früh morgens bis kurz vor dem Abendessen unterwegs.

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6. Monat mit Endor: Der Hund der mich zur Hundehalterin machte

Woran ich noch nie gezweifelt habe: Ich liebe Endor und er bereichert mein Leben ungemein. Was ich bereits mehrfach in Frage gestellt habe: Bin ich – trotz fehlender Erfahrung in der Lage, aus ihm einen gut erzogenen und ausgeglichenen Hund zu machen?

Folgendes vorab: Ich fotografiere Endor immer noch wöchentlich – diese Bilder stelle ich laufend auf Instagram – , habe aber beschlossen, die Frequenz der Texte zu reduzieren. Das hat zwei Gründe: Erstens fehlt mir teils die Zeit, sprich ich möchte sie anderweitig einsetzen, zweitens brennt mir nun, da sich der Alltag mit Hund etwas eingespielt hat, nicht mehr jede Woche ein Thema unter den Nägeln. Und ich bin überzeugt: Man sollte nur dann reden oder schreiben, wenn man auch etwas zu sagen hat.

Als wir uns vor eineinhalb Jahren entschieden haben, dass wir einen Hund wollen, wussten wir nicht, was dies bedeuten würde. Wir waren blauäugig und hochmütig. Denn auch wenn keiner von uns, weder der Mann noch ich, Erfahrungen mit Hunden hatten, waren wir überzeugt, dass wir das schon packen würden. Für zwei intelligente, reflektierte, praktisch denkende Menschen könne dies ja nicht so schwierig sein. Oder?

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Woche 21 mit Endor: Wenn die Worte fehlen

Es soll Mütter geben, die immer wissen, was ihrem Baby fehlt, wenn es schreit. Mir geht es mit Endor nicht so. Ist er unzufrieden und jault, kann ich meist nur raten, was das Problem ist. Vielleicht liegt es daran, dass er adoptiert ist.

Endor jault und fiept, wenn ihm langweilig ist, wenn er aufs Klo muss, wenn er meine Aufmerksamkeit will, wenn er findet, er müsse jetzt belohnt werden, wenn er nicht mehr schlafen kann und wenn er mit der Gesamtsituation unzufrieden ist. Die Geräusche, die er dann von sich gibt, unterscheiden sich zwar schon und einzelne kann ich recht treffsicher zuordnen; bei Weitem aber nicht alle.

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Der Säntis zum Zweiten

Bergtage wird es diesen Sommer nur wenige geben, denn zum Wandern ist Endor noch zu klein. Ganz ohne Gipfel geht es für mich aber nicht und so verbrachte ich vor einigen Wochen mit meiner Mama zwei Tage im Alpstein. Der Mann blieb Zuhause und übernahm den Hundehütedienst.

Es gibt keinen Berg, der mir mehr bedeutet als der Säntis. Wieso dem so ist, habe ich vor zwei Jahren, als ich ihn zum ersten Mal bestieg, erklärt. Diesen Sommer zog es mich erneut dorthin. Dieses Mal mit meiner Mutter statt dem Mann und in zwei statt einem Tag. Die Übernachtung auf dem Schäfler – wir wählten die Route über die Ebenalp  – hat sich gelohnt.

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Woche 20 mit Endor: Der Hund, der Alltag und wir

Das Zusammenleben mit Endor wird jede Woche unkomplizierter. Das liegt einerseits an ihm, andererseits an uns. Der Hund wird ruhiger und wir haben in den letzten Wochen eine Aufgabenteilung gefunden, die zu uns passt.

Unser Vierbeiner ist immer noch ein Wirbelwind und das ist gut so. Die Intensität hat aber nachgelassen oder besser gesagt: Seine Energie lässt sich jetzt kanalisieren; ins Training und die gemeinsamen Spaziergänge in der Natur. Dadurch braucht er, wenn er einfach so wach ist, nicht mehr ununterbrochen Unterhaltung oder Betreuung, sondern kann auch einfach dabei sein, wenn wir Aufgaben im Haushalt erledigen. Anstatt stiften zu gehen, trottet er dann neben uns her oder – noch besser – er legt sich hin und beobachtet uns.

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Woche 19 mit Endor: Das erste Mal

In den letzten viereinhalb Monaten mit Endor erlebten wir so viele erste Male, dass wir irgendwann aufgehört haben, sie zu zählen. Zwei werde ich aber nie vergessen: Das erste Mal, als wir ihn frei laufen liessen, und das erste Mal, als er allein Zuhause blieb. Letzeres geschah Anfang dieser Woche.

Es war komisch, als ich die Wohnungstür hinter mir schloss und neben mir nur der Mann stand. Diese Situation gab es so zum letzten Mal am 12. März. Damals, als Corona eine Biermarke war und wir uns auf den Weg nach Deutschland machten, um unseren Welpen abzuholen. Seither habe ich die Wohnung nur noch allein oder dann in Begleitung meiner beiden Männer, dem zwei- und vierbeinigen, verlassen. Bis letzten Montag.

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Woche 18 mit Endor: Die Meinung des Manns

Dieses Wochenende zog es mich in die Berge. Der Mann übernahm nicht nur zwei Tage lang die Hundebetreuung, sondern erklärte sich auch noch bereit, mir den Wochentext für den Blog abzunehmen. Ich sage nur: Sechser im Lotto. Hier folgt nun seine Sicht auf unser Leben mit Endor.

Der Wunsch, irgendwann einen Hund zu haben, war bei mir schon immer vorhanden. Vielleicht stammt er daher, dass meine Grosseltern viele Jahre einen Dackel hatten und dieser einfach zu meiner Kindheit und Jugend dazugehörte. Dass das «irgendwann mal» schneller kam als gedacht, verdanke ich Lia. Lange musste ich nicht überlegen, als sie mir von ihrem Wunsch, einen Hund zu haben, erzählte und auch mit der Wahl der Rasse war ich schnell einverstanden.

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Woche 17 mit Endor: Lektionen für den Hund, Lektionen für mich

Damit der gemeinsame Alltag funktioniert, muss unser vierbeiniges Familienmitglied und ich als Hundehalterin viel lernen. Die Lektionen für Endor heissen «Rückruf», «Reiz-Gewöhnung» und «Alleinbleiben», meine nennt sich «Nachsicht».

Du darfst nicht hochspringen und nicht am Tischbein nagen. Du sollst kommen, wenn ich dich rufe, und sitzen, wenn ich es dir sage. Du musst lernen, allein zu bleiben und mit dem Lärm am Bahnhof umzugehen. Und bitte geh an der Leine, ohne dabei in alle Richtungen zu zerren; auch wenn es einen Meter links von uns gerade sehr, sehr spannend riecht.

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Woche 16 mit Endor: Work-Dog-Life-Balance

Ein Hund nimmt viel Zeit in Anspruch. Ein Welpe noch mehr. Im Alltag das Gleichgewicht zu finden, damit weder Endor (erste Priorität), die Arbeit (zweite Priorität) noch ich auf der Strecke bleiben, fällt mir gegenwärtig nicht leicht.

Als Endor vor über drei Monaten bei uns einzog, rollte die erste Corona-Welle über die Schweiz. Geschäfte waren geschlossen, soziale Kontakte galt es zu vermeiden, Home-Office wurde verordnet und Überstunden sollten abgebaut werden. So blöd und egoistisch das klingt, aber für den Mann und mich war diese Situation ideal. Dadurch dass vieles nicht mehr möglich war, hatten wir umso mehr Zeit, uns in unserem neuen Alltag mit Hund zurechtzufinden. (mehr …)

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